Frederick G. Banting (1891 - 1941), Entdecker des Insulins

Frederick G. Banting (1891 - 1941), Entdecker des Insulins

100 Jahre Insulin

Informationen zum Event

2021 jährt sich zum hundertsten Mal ein zentrales Ereignis der Medizingeschichte: Am 27. Juli 1921 gelang dem Chirurg Frederick Banting und seinem Assistenten, dem Physiologen und Biochemiker Charles Best, erstmals die Isolierung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Hunden. Sie legten damit den Grundstein für die erste wirksame Behandlung des Diabetes mellitus. Die gemeinnützige Gesundheitsorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe nimmt dies zum Anlass, dem lebenswichtigen Hormon am Samstag, den 24. Juli 2021 mit einem analogen Festakt in Berlin und einer digitalen Patientenveranstaltung zu huldigen.

Auftakt bildet ein Festakt von 10.00 Uhr – 12.00 Uhr mit geladenen Gästen aus dem Hilton Hotel am Berliner Gendarmenmarkt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (MdB) wird die Begrüßungsrede halten, es folgen wissenschaftliche Vorträge namhafter Experten, moderiert wird das Event von der TV-Moderatorin Andrea Ballschuh.

Anschließend findet die digitale Patientenveranstaltung von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr statt, mit weiteren wissenschaftlichen Vorträgen rund um die Geschichte des Insulins, dem wissenschaftlichen Status Quo und den Blick nach vorn in Zukunft und Forschung. Flankiert wird das Event durch einen digitalen Wandelpfad zu 100 Jahre Insulin, der Aktion „100 Jahre, viele Geschichten“ und einer digitalen Sponsorenausstellung.

Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen, sich live den Festakt anzusehen oder sich später in die einzelnen Programmpunkte zu schalten. Besuchen Sie die Industrie-Ausstellung und kommen Sie in Interaktion mit unseren Sponsoren. Stellen Sie die Fragen, die Sie schon immer stellen wollten. Unsere Sponsoren geben Ihnen Antworten.

Seien Sie dabei! Natürlich ist die Teilnahme für Sie kostenlos! Hier geht es zum Ankündigungstrailer:


100 Jahre Insulin - live aus Berlin:

Am Samstag, 24.07.2021, ab 10 Uhr

live ab 13:00, 24/07/2021

Das Ausstellungsgelände

Wir bieten eine für jeden Interessierten offene Patientenveranstaltung mit sehr vielen, interessanten, interaktiven Programmpunkten. Innerhalb einer digitalen Industrieausstellung können Besucher in Interaktion mit den Ausstellern treten.



Freigeschaltet ab 24.07.2021
live ab 10:00, 24/07/2021

Der Festakt

Mit 100 geladenen Gästen wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (MdB) die Veranstaltung feierlich eröffnen. Es folgen Grußworte unseres Vorstandsvorsitzenden Dr. Jens Kröger sowie vier Vorträge von namhaften Wissenschaftlern, die Rückblicke geben auf die vergangenen 100 Jahre, aber vor allem auch Ausblicke in Forschung und Zukunft.
Weitere Informationen in unserem Programm.

Freigeschaltet ab 24.07.2021
live ab 13:00, 24/07/2021

Die Vorträge

Besuchen Sie am Nachmittag weitere sieben wissenschaftliche Vorträge namhafter Experten rund um das Thema Insulin.
Seien Sie live dabei und hören Sie neueste Erkenntnisse zu Pumpentherapie, Glukoseüberwachung und vieles mehr. Bitte schauen Sie in unser Programm .


Freigeschaltet ab 24.07.2021

Zur Historie „100 Jahre Insulin“

Obwohl die Symptome des Diabetes seit der Antike bekannt waren, stellte der Typ-1-Diabetes (der damals noch nicht so genannt wurde) noch vor hundert Jahren eine tödlich verlaufende Krankheit dar, denn es gab kaum Behandlungsmöglichkeiten. Durch stark kohlenhydratreduzierte Ernährung konnten die Erkrankten ein oder zwei Jahre überleben, bevor sie dann abgemagert ins diabetische Koma fielen und verstarben. Doch dank der bahnbrechenden Leistung der kanadischen Forscher gab es plötzlich Hoffnung.

Aufbauend auf ihre Erfolge bei der Insulinisolierung injizierten Banting und Best am 30. Juli 1921 einem pankreatektomierten Hund als Erstem Insulin und konnten damit eine Blutzuckersenkung von 40 % erreichen. Sie entwickelten ihre Entdeckung weiter und testeten verschiedene Extraktionsmöglichkeiten und Aufbereitungsformen für das neu entdeckte Hormon.

Trotz einiger Rückschläge gelang ihnen einige Monate später ein weiterer entscheidender Durchbruch: Am 23. Januar 1922 injizierten sie dem 13-jährigen Leonard Thompson tierisches Insulin und konnten so seine gefährlich hohen Blutzuckerwerte senken. Schon nach wenigen Tagen erholte sich der vorher lebensbedrohlich erkrankte Junge, der noch 13 Jahre mit dem Insulin lebte, bevor er 1935 an einer Lungenentzündung verstarb. Weitere PatientInnen folgten kurz darauf, die ebenfalls erfolgreich behandelt werden konnten, und so stand erstmals eine wirksame Therapie des Typ-1-Diabetes zur Verfügung.

In den folgenden Jahren machte die Insulintherapie weiterhin große Fortschritte: Die Hilfsmittel für die Insulingabe entwickelten sich von der ersten speziell für die Insulininjektion entwickelten Spritze über „Autoinjektoren“ bis hin zu Pens und Insulinpumpen, die beide ab den 1980er Jahren für die allgemeine Verwendung zur Verfügung standen. Die Glukosemessung, zunächst nur beim Arzt möglich, wurde durch Urinzucker- und Blutzuckermessstreifen vereinfacht, auch wenn eine regelmäßige Blutzuckerselbstmessung zu Hause ebenfalls erst ab den 1980er Jahren Realität wurde.

Gleichzeitig veränderten sich auch die Insuline selbst: Zunächst wurde das Insulin aus gereinigten und aufbereiteten Schlachthausabfällen (vom Rind oder Schwein) hergestellt. Es gab zu diesem Zeitpunkt ausschließlich schnell wirksames Insulin. Über die Jahre wurden verschiedene Zusätze getestet, durch die dann auch langwirksame Basalinsuline möglich wurden. 1982 wurde dann das sogenannte Humaninsulin, das gentechnisch hergestellt wurde, erstmals eingeführt. Ab den 1990er Jahren kamen kurzwirksame Analoginsuline, ab 2000 auch langwirksame Analoginsuline hinzu. Durch Veränderung in der Abfolge einzelner Aminosäuren im Insulinmolekül werden bei diesen Insulinen die Wirkdauer und das Wirkprofil gegenüber dem natürlichen Insulin Normalinsulin gezielt verändert. Es gibt sowohl schnell wirkende Insulinanaloga als Bolus-Insulin als auch Analoga als Basis-Insulin.

In Deutschland sind die intensivierte Insulintherapie und die Insulinpumpentherapie bei Typ-1-Diabetes seit Jahrzehnten Standard. Neuere Entwicklungen gehen zum einen in Richtung einer künstlichen Bauchspeicheldrüse, dem sogenannten Closed Loop, bei der ein Algorithmus auf Basis der Glukosewerte aus einer kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) die Insulinabgabe der Pumpe steuert. Zum anderen wird an intelligenten Insulinen geforscht, die die Insulinabgabe aus dem Depot an der Injektionsstelle zuckerabhängig steuern, die aber noch Jahre von der Zulassung entfernt sind.

Quellen:

Sonderheft 100 Jahre Insulin. Kirchheim 2021
https://www.diabinfo.de/leben/behandlung/insulintherapie.html
https://www.diabetes-ratgeber.net/Insulin


100 Jahre Insulin

Unsere Sponsoren

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